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08.04.2019 11:55

Forderung nach objektiver Abwägung bei der Kammerentscheidung

In letzter Zeit werden in Schleswig-Holstein an verschiedenen Stellen Rufe nach einer Therapeutenkammer laut. Dabei entsteht zuweilen der einseitige Eindruck, dass eine Heilmittel- oder Therapeutenkammer durchaus von den Berufsangehörigen gewünscht würde, was unsere Mitglieder weitestgehend irritiert.

Dass nun zudem ein durch die „Interessengemeinschaft Therapeuten Schleswig-Holstein (IGThera-SG) e. V.“ durchgeführtes „Stimmungsbarometer“ eine die Landespolitik leitende Meinung von Therapeuten zum Thema abfragen soll, halten wir für unlauter.

In den häufig vorgebrachten Forderungen schwingen u. E. auch falsche Hoffnungen mit. Deshalb ist es den unterzeichnenden Verbänden wichtig, vorurteilsfrei über die Vor- und Nachteile einer Therapeutenkammer aufzuklären und den sachlichen Austausch über Heilmittelkammern voranzutreiben. Denn da das Thema aufgrund der Zwangsmitgliedschaft am Ende jeden Berufsangehörigen betrifft, ist eine umfassende und offene Diskussion über die mögliche Einführung einer Heilmittelkammer nötig.

Wir fordern, dass der Landtag Schleswig-Holstein in Fragen der Einführung einer Heilmittelkammer, sich nicht am Ergebnis der oben beschriebenen einseitigen Befragung orientiert. Die unterzeichnenden Verbände lehnen einseitige Herangehensweisen zur Einführung einer Kammer kategorisch ab, stehen für eine umfassende, sachliche und professionelle Diskussion zum Für und Wider einer Heilmittelkammer jedoch zur Verfügung und bitten insofern um einen Gesprächstermin.

Unterzeichner:

Ute Repschläger (IFK)
Dagmar Karrasch (DBL)
Katrin Schubert (DBS)
Andreas Pfeiffer (DVE)
Marcus Troidl (VDB)
Karl-Heinz Kellermann (VPT)
Ruth Trenker (ZFD)

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