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10.09.2021 08:59

Reform der Berufsgesetze der Physiotherapie – Konsultationsverfahren des Bundesministeriums für Gesundheit fortgesetzt

Am 08. September 2021 fand der Erörterungstermin zum Konsultationsverfahren zur Vorbereitung eines Referentenentwurfs über die Berufe in der Physiotherapie statt. In mehreren Themenblöcken erörterten die Vertreter der Verbände und Organisationen die Antworten auf die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gestellten Fragen rund um die Modernisierung der Berufsgesetze, eine mögliche Transformation in Richtung hochschulische Ausbildung sowie Aspekte des Direktzugangs.

Für PHYSIO-DEUTSCHLAND nahm der stellvertretende Vorsitzende Uwe Eisner an der Onlinesitzung teil. Für den VPT-Verband Physikalische Therapie war Steffen Gabriel als Grundsatzreferent des Verbandes in der mehr als fünfstündigen Veranstaltung mit dabei.

Zum Start des Gesetzgebungsprozesses bat das BMG darum, einen umfangreichen Katalog von Fragen zur Novellierung des Berufsgesetzes bis zum 30. Juli 2021 zu beantworten. Die physiotherapeutischen Berufsverbände IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND und VPT erarbeiteten ein gemeinsames Antwortpapier zusammen mit den Vertretern des Verbandes Leitender Lehrkräfte (VLL) und dem Hochschulverbund Gesundheitsberufe (HVG).

• Den Fragen-Antworten-Katalog finden Interessierte hier.
• Das gemeinsame Eckpunktepapier zum Transformationsprozess in der Physiotherapie gibt es hier.

Die Ergebnisse des Konsultationsverfahren des Ministeriums enden in der Regel im nächsten Schritt in einem Referentenentwurf für ein Gesetz. Bereits im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung war die Novellierung unserer Berufsgesetze verankert. Aufgrund der Corona-Pandemie hat der politische Prozess zwischen dem Bund und den Bundesländern dazu allerdings zu spät begonnen. In der nun endenden Legislaturperiode hat die Politik deshalb lediglich die bestehenden primärqualifizierenden Studiengänge bis zum Jahr 2024 verlängert.

Damit steht die Modernisierung der Berufsgesetze auf der Agenda für die nächste Bundesregierung. Aus unserer Sicht ist dies eine der zentralen Aufgaben für die Politik und uns als Verbände in der nächsten Legislaturperiode. Wir als Verbände werden die Novellierung mit unserer fachlichen Expertise begleiten und eine Weiterentwicklung hin zur hochschulischen Ausbildung weiter vorantreiben. Dies tun wir gemeinsam mit unseren Partnern im Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen.

Hochschulische Ausbildung ist eine Kernforderung der Verbände zur Bundestagswahl

Aus Sicht von VPT und PHYSIO-DEUTSCHLAND ist die politische Marschrichtung eindeutig: Bei einer modernen Versorgung von Patientinnen und Patienten sollte eine evidenzbasierte Diagnostik und Therapie, eine intensivierte interprofessionelle Zusammenarbeit, die Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse und der Ausbau der physiotherapeutischen Forschung Standard sein. Um den zukünftigen Versorgungsbedarfen gerecht zu werden, ist eine hochschulische Ausbildung als Regelausbildung erforderlich.

Als Berufsvertretungen der ersten Stunde in der Physiotherapie kennen wir die Bedarfe und Potenziale für die erforderliche Modernisierung der Ausbildung genau. Aus diesem Grund sind wir eng in den anstehenden Gesetzgebungsprozess eingebunden.

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