Sie befinden sich hier

14.08.2020 13:26

Viele Bundeslänger gewähren Fristverlängerung bei Kassenumstellung

Bereits zum 1. Januar 2020 trat das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen in Kraft. Ab hier werden eigentlich nur noch speziell zertifizierte elektronische Kassensysteme zugelassen sein, die über eine spezielle Schnittstelle zum Auslesen der Daten durch das Finanzamt verfügen. Die Übergangsfrist zur Einführung dieser Systeme gilt bis zum 01.09.2020. Zwar hat das BMF eine Fristverlängerung ausgeschlossen, jedoch bieten fast alle Bundesländer einen Aufschub.

In unserem Artikel „Das Finanzamt liest mit! Änderungen bei elektronischen Kassensystemen zum 01.01.2020“ haben wir im Dezember 2019 über die anstehenden Änderungen informiert.

Der Bürokratieabbau ist bereits seit geraumer Zeit eine zentrale Forderung des VPT. Für uns Therapeuten ist es frustrierend, einen Großteil unserer Arbeitszeit mit fehlerhaften Verordnungen oder Zuzahlungseinzügen verbringen zu müssen. Hier muss sich dringend etwas ändern. Genau deswegen befinden wir uns aktuell im engen Austausch mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Mit dem Dialogprozess „Bürokratieabbau im Heilmittelbereich“ erarbeiten wir gerade, gemeinsam mit den anderen maßgeblichen Verbänden, in verschiedenen Arbeitsgruppen geeignete Lösungen für diese Problematik. Weil auch die Kassenseite und Ärzteschaft bei diesem Dialogprozess mit im Boot sitzen, erwarte ich einen definitiven Erfolg.

Jetzt haben die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Berlin, Brandenburg und des Saarlandes gemeinsam beschlossen, in ihren Ländern in den kommenden Monaten bei der technischen Umstellung der Kassensysteme mehr Zeit zu geben. Wie es in Ihrem Bundesland geregelt wird, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrer Landesregierung, bzw. der dafür zuständigen Stelle.

„Der VPT begrüßt den Schritt dieser Bundesländer“, so Hans Ortmann, Landes- und Bundesvorsitzender des VPT. „Gerade in der der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie sollte alles dafür getan werden um die Therapeutinnen und Therapeuten, sowie natürlich auch alle anderen Wirtschaftsbereiche zu unterstützen. Der VPT fordert, gemeinsam mit den anderen Mitgliedsverbänden des SHV, schon lange den Abbau von Bürokratie. Zwar ist die fortschreitende Digitalisierung wichtig, sollte aber nicht dazu führen, die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zu erschweren“.

Kontextspalte