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08.09.2014 11:48

Patientenzeitschrift! – Ja was soll denn das?

An dieser Stelle möchte ich den Blick auf unsere Patientenzeitschrift
„meine Physiopraxis“ lenken, die der Thieme Verlag und der VPT ins Leben gerufen haben.

Hier soll, ähnlich wie bei den Apothekern und auch in den Zeitungen der Krankenkassen, auf unseren Berufsstand und unsere Leistungen aufmerksam gemacht werden. Wir können hier Methoden vorstellen oder die bei den Patienten bestehenden Fehlinformationen in das rechte Licht rücken. Wenn wir als Berufsgruppe die Aufmerksamkeit und die damit verbundene auch finanzielle Wertschätzung erhalten wollen, müssen wir in eigener Sache gemeinsam auf uns und die im System liegende Missstände aufmerksam machen. Mit der Patientenzeitschrift "meine Physiopraxis" will der VPT die Patienten und Kunden über die Möglichkeiten und die Probleme unseres Berufsstandes informieren. Im Editorial wird der VPT stetig aktuell politische Themen aufgreifen.

"Papa, das ist ungerecht!"
Ungefähr so klingt es bei mir zuhause, wenn meine Söhne (drei, fünf und sieben Jahre alt) nicht das Gleiche oder zumindest etwas Ähnliches bekommen. Damit Sie verstehen, warum mir diese Worte so in den Ohren hallen, will ich Ihnen etwas mehr zu meiner Person erzählen. Mein Name ist Matthias Thomas Paulsen, ich bin in der Nähe von Kiel geboren, lebe seit 1994 in Schwerin und betreibe dort eine Praxis für Physiotherapie. Was diesen Satz für mich so emotional auflädt: In meiner Heimat Schleswig-Holstein würde meine Leistung und die meines Teams zum Teil um zirka 20 Prozent höher vergütet als in meiner Wahlheimat Mecklenburg-Vorpommern. 

Denn noch haben nicht alle Krankenkassen den Ost-West-Angleich der Vergütungen für Physiotherapie abgeschlossen. Diese 20 Prozent bedeuten für uns nicht nur weniger Geld, als wir in den westlichen Bundesländern verdienen könnten. Wir verbinden damit auch eine geringere Wertschätzung der Leistung, die wir täglich für unsere Patienten erbringen. Eine Folge dieser Ungleichbehandlung ist, dass ich als Praxisinhaber meinen Mitarbeitern nicht die Vergütung zahlen kann, die ihnen zustehen würde. Das ist seit Jahren nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein menschliches Problem. Kein Wunder, dass viele junge, gut qualifizierte Kollegen in andere Bundesländer abwandern oder gar die Berufsgruppe verlassen. Die verbleibenden Therapeuten können die Mehrbelastung kaum auffangen. Um den Nachwuchs ist es dementsprechend nicht rosig bestellt. Wir Physiotherapeuten stehen voll hinter unserem Beruf und erfüllen unsere Aufgaben gern. Wir bilden uns regelmäßig weiter und haben alle in unserer beruflichen Entwicklung viel gelernt. 

Nur eines können und wollen wir nicht lernen, nämlich unsere Patienten im Stich zu lassen. Und so schließt der Vater mit den Worten seiner Söhne: "Das ist ungerecht!" Deshalb engagieren wir uns mit dem Verband Physikalische Therapie (VPT) in Verhandlungen mit den Krankenkassen für eine faire Leistungsvergütung der Physiotherapie in Ost und West. Schließlich wollen wir Ihnen, liebe Patientinnen und Patienten, beste Behandlungsqualität bieten – unabhängig von Ihrem Bundesland oder Geldbeutel. Auf Seite 15 lesen Sie, warum wir uns für eine Vergütung der Befunderhebung einsetzen.

Dateien:
mpp_salesfolder.pdf3.3 M

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